Was ist eigentlich echte Lebensfreude? Warum ein Schlüssel Disziplin ist

Es gibt ein Wort, das bei vielen Menschen sofort inneren Widerstand auslöst. Disziplin.
Zu hart. Zu eng. Zu sehr nach Funktionieren. Zu sehr nach einem Leben, das sich nach Pflicht anfühlt und nicht nach Freude.

Und doch beobachte ich in meiner Arbeit immer wieder etwas sehr Klares. Ohne Disziplin geschieht keine echte Veränderung. Ohne sie bleibt alles ein Gedanke, eine Inspiration, ein kurzer Moment von Hoffnung, der sich wieder verflüchtigt.

Der entscheidende Punkt ist nur selten die Disziplin selbst.
Es ist der Sinn, an den sie geknüpft ist ...

Viele Menschen haben gelernt, diszipliniert zu sein, weil sie müssen. Weil sie glauben, sonst nicht genug zu sein. Weil sie denken, erst ankommen zu dürfen, wenn sie etwas erreicht haben. Diese Art von Disziplin macht müde. Sie trennt uns von uns selbst. Sie fühlt sich an wie ein innerer Kampf.

Was jedoch passiert, wenn Disziplin aus einem echten Warum entsteht, ist etwas völlig anderes.

Wenn du etwas tust, weil du dich selbst wieder spüren möchtest.
Wenn du dranbleibst, weil du Lebensfreude empfinden willst.
Wenn du dich bewegst, nicht um besser zu werden, sondern um wieder bei dir anzukommen ...

Dann wird Disziplin weich. Tragend. Lebendig.

Ich begegne so vielen Menschen, die viel Wissen haben. Die Bücher gelesen, Ausbildungen gemacht, Therapien besucht haben. Und trotzdem sagen sie mir leise, manchmal fast beschämt, dass sie sich innerlich leer fühlen. Nicht verbunden. Nicht wirklich lebendig.

Das liegt nicht daran, dass sie zu wenig getan haben.
Oft liegt es daran, dass ihr Warum nie wirklich verkörpert war.

Ein echtes Warum entsteht selten aus Komfort. Es entsteht aus einem Schmerzpunkt. Aus dem Moment, in dem etwas nicht mehr stimmt. In dem das alte Leben nicht mehr trägt. Und genau dieser Schmerz ist keine Schwäche. Er ist Kraft.

Ein starkes Warum trägt dich durch Zweifel.
Es hält dich, wenn alte Überzeugungen dich klein machen wollen.
Es bringt dich durch Phasen, in denen Wachstum unbequem wird ...

Disziplin, die aus diesem inneren Sinn heraus entsteht, fühlt sich nicht wie Zwang an. Sie fühlt sich an wie Selbsttreue. Wie ein stilles Versprechen an dich selbst, dich nicht mehr zu verlassen. Nicht beim ersten Widerstand. Nicht beim ersten inneren Nein.

In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, wie sich die Beziehung zur Disziplin verändert, sobald Menschen wieder in ihrem Körper ankommen. Der Körper lernt, dass Wiederholung Sicherheit schafft. Dass Präsenz geübt werden darf. Dass Vertrauen wächst, wenn wir nicht flüchten, sondern bleiben.

Nicht aus Härte.
Aus Annahme und vielleicht irgendwann sogar aus Liebe zum eigenen Leben…

Und genau hier beginnt für mich echte Lebensfreude. Nicht als Dauerzustand. Nicht als Ziel. Sondern als Nebenprodukt von Verkörperung. Wenn Sinn und Handlung wieder miteinander verbunden sind.

Darum frage ich Menschen, die mit mir arbeiten, immer wieder dieselbe Frage. Sanft. Ehrlich. Ohne Druck.

Was ist dein Warum?

Nicht das, was gut klingt.
Nicht das, was du gelernt hast zu sagen.
Sondern das, was dich wirklich bewegt ...

Wenn dieses Warum klar wird, verändert sich alles. Dann wird Disziplin zu einem Boden, auf dem Staunen wieder möglich wird. Auf dem Veränderung nicht erzwungen werden muss. Auf dem Lebensfreude ganz leise zurückkehrt.

Und vielleicht spürst du beim Lesen schon, dass es nicht darum geht, mehr zu leisten. Sondern tiefer zu leben.

…weil du Liebe bist.

Deine Lara

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